Anhaltende Trauerstörung


Anhaltende Trauerstörung

Unser Bestreben: ärztlichen und psychologischen PsychotherapeutInnen Therapiemethoden für die Behandlung von Personen zu vermitteln, die nach dem Verlust einer nahestehenden Person keinen günstigen Trauerprozess durchlaufen.

Der Verlust eines nahestehenden Menschen wird von den meisten Personen nach einiger Zeit gut überwunden. Einige jedoch entwickeln eine so genannte anhaltende Trauerstörung. Diese lässt sich als eigenständige psychische Störung von verwandten Störungsbildern wie die Depression und die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) abgrenzen. 

Betroffene leiden auch sechs oder mehr Monate nach dem Tod unter einer intensiven Sehnsucht nach dem Verstorbenen. Sie sind in vielen Lebensbereichen beeinträchtigt. Sie berichten unter anderem Gefühle von Verbitterung und Wut, Schwierigkeiten den Verlust zu akzeptieren und mit dem Leben voranzugehen, Vermeidung von Erinnerungen an den Verlust, emotionale Taubheit sowie Einsamkeitsgefühle und Gefühle von Sinnlosigkeit.

Während die Effekte unspezifischer Interventionen bei normal Trauernden fraglich sind, profitieren Personen, die die Diagnose einer anhaltenden Trauerstörung erfüllen, von einer strukturierten psychotherapeutischen Behandlung.

Wissenschaftlich überprüfte Therapie

Einzeltherapeutische und gruppentherapeutische Therapiemethoden nach dem Rational der integrativen kognitiven Verhaltenstherapie haben gute Wirksamkeitsnachweise erbracht.

Das Hogrefe-Manual zur Anhaltenden Trauerstörung fasst den aktuellen Forschungsstand zusammen und gibt eine Anleitung zur fachgerechten Diagnostik.

Die beschriebene ambulante Einzeltherapie gliedert sich in drei Therapiephasen:

  • Die erste Phase dient der Stabilisierung, Exploration, Motivation und dem Setzen von Zielen.
  • Phase zwei beschäftigt sich mit Reinterpretation und Exposition.
  • In der dritten Phase geht es um Integration und Transformation.

Die beschriebene Gruppentherapie umfasst neun Sitzungen zu 100 Minuten und ist für Trauergruppen im stationären Setting konzipiert.

Aktuelle Wirksamkeitsstudien

Rosner, R., Pfoh, G., Kotoučová, M., & Hagl, M. (2014). Efficacy of an outpatient treatment for prolonged grief disorder: A randomized controlled clinical trial. Journal of Affective Disorders, 167, 56–63. Link zum Volltext

Rosner, R., Bartl, H., Pfoh, G., Kotoučová, M., & Hagl, M. (2015). Efficacy of an integrative CBT for prolonged grief disorder: A long-term follow-up. Journal of Affective Disorders, 183, 106–112. Link zum Volltext

Aktuell findet eine deutschlandweite Studie (PROGRID) zur Überprüfung der Wirksamkeit statt. Mehr Infos und Therapieplätze für Betroffene

TIPP: Mehr Hintergrundinformationen zur Anhaltenden Trauerstörung, hilfreiche Links und Arbeitsmaterialien zum kostenlosen Download finden Sie in unserer Sammlung: Wissen und Werkzeuge.

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