Junge Geflüchtete profitieren von PTBS-Behandlung


Aktuelle Studienergebnisse

Junge Geflüchtete ohne Aufenthaltsstatus profitieren von PTBS-Behandlung

Traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie kann posttraumatische Stresssymptome bei schwer traumatisierten jungen Flüchtlingen signifikant reduzieren. Dies belegt eine kürzlich erschiene Pilotstudie von Unterhitzenberger und Kolleginnen (2019). 84% der untersuchten Jugendlichen erfüllten nach der Behandlung die PTBS-Diagnose nicht mehr. Die Erfolge blieben in der 6-Monats-Katamnese stabil.

Viele unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge (UMF) leiden unter einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), Depressionen und Ängsten. Auch nach der Flucht sind sie besonderen Belastungsfaktoren ausgesetzt, wie beispielsweise einem unsicheren Aufenthaltsstatus. Wirksame psychotherapeutische Interventionen für UMF werden daher dringend benötigt, sind bisher jedoch kaum erforscht.

Ziel der Pilotstudie von Unterhitzenberger und Kolleginnen (2019) war es, die Wirksamkeit der traumafokussierten kognitiven Verhaltenstherapie (TF-KVT) bei der Behandlung von UMF mit PTBS zu untersuchen. Professionelle Bezugspersonen aus ihren Wohneinrichtungen wurden in die Therapie einbezogen. 

26 männliche Jugendliche mit einem durchschnittlichen Altern von 17 Jahren, die meisten aus Afghanistan, wurden in 15 ambulanten Sitzungen nach dem Modell der TF-KVT behandelt. Sie erfüllten zu Beginn die diagnostischen Kriterien für eine PTBS.  Alle hatten in der Vorgeschichte mehrfache Traumatisierungen erlitten und berichteten im Durchschnitt 11 traumatische Ereignisse. Keiner hatte einen geklärten Aufenthaltsstatus.

Unmittelbar nach Abschluss der Therapie zeigte alle Jugendlichen, deren Daten ausgewertet werden konnten, signifikant verringerte PTBS-Symptome bei einer großen Effektstärke von d = 1.08. Diese Verbesserungen blieben nach 6 Wochen und nach 6 Monaten stabil.

Zusätzlich zu den PTBS-Symptomen berichteten die Betreuer bei den Jugendlichen von signifikant verringerten depressiven und Verhaltenssymptomen. Im klinischen Interview erfüllten 84% der jungen Patienten nach der Behandlung mit TF-KVT die Diagnose nicht mehr. Jugendliche, deren Asylantrag abgelehnt wurde, zeigten nach 6 Monaten im Kinder-DIPS eine leichte, jedoch nicht signifikante Zunahme der PTBS-Symptome.

Zum Weiterlesen und Vertiefen

Unterhitzenberger, J., Wintersohl, S., König, J. & Rosner, R. (2019). Providing manualized individual trauma-focused CBT to unaccompanied refugee minors with uncertain residence status: a pilot study. Child and Adolescent Psychiatry and Mental Health, 13:22.

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