Kultursensible Traumapädagogik


Fortbildungsreihe für pädagogische Fachkräfte

Kultursensible Traumapädagogik

Die Fortbildungsreihe wird in Zusammenarbeit mit der Caritas München angeboten.

Die vermittelten Methoden orientieren an den Standards zur Zusatzqualifikation „Traumapädagogik und Traumazentrierte Fachberatung“ nach den Empfehlungen der DeGPT und BAG Traumapädagogik.

Der Kurs für 2017 ist erfolgreich abgeschlossen. Wir danken allen TeilnehmerInnen für Ihr Vertrauen und die gute Zusammenarbeit.

Aufgrund der positiven Resonanz bieten wir in Zusammenarbeit mit der Caritas im Frühjahr 2018 ein ähnliches Curriculum an. 

Falls Sie rechtzeitig über das neue Angebot informiert werden wollen, können Sie gerne zu uns Kontakt aufnehmen oder sich für unseren Newsletter anmelden.

Traumatisierte junge Flüchtlinge als pädagogische Fachkraft begleiten und unterstützen

Hintergrund

Die Arbeit mit jungen (unbegleiteten) Flüchtlingen stellt für viele pädagogische Fachkräfte ein anspruchsvolles Gebiet dar. Vor dem Hintergrund eines unterschiedlichen kulturellen Umfelds, inklusive Sprache, Religion und Umgangsformen, bringt das Aufeinandertreffen von Jugendlichen und Fachkräften zahlreiche Herausforderungen mit sich.

Neben dem Verlust von Eltern, Familie und gewohntem Lebensumfeld haben die Jugendlichen oft Traumatisierungen im Heimatland und/ oder auf der Flucht sowie im Ankunftsland erlebt. Dies kann zu psychischen Symptomen führen, die eine deutliche Belastung bei den Jugendlichen und oft Hilflosigkeit oder Unsicherheit bei den Fachkräften hervorrufen. Bisherige pädagogische Handlungsmöglichkeiten müssen im Hinblick auf interkulturelle Besonderheiten, das gehäufte Auftreten von Traumafolgestörungen und die realen Alltagsbedingungen dieser Zielgruppe reflektiert und angepasst werden.

Inhalte

Im Rahmen der Fortbildungsreihe finden eine Vertiefung der interkulturellen Kompetenzen und eine Sensibilisierung für den Flucht- und Migrationshintergrund statt. Die Themenbereiche Trauma und Traumafolgestörungen werden mit Fokus auf junge Flüchtlinge angesprochen, um das Erkennen der Störungen zu ermöglichen. Die TeilnehmerInnen lernen Therapien für diese Patientengruppe kennen sowie Möglichkeiten, über diese kultursensibel aufzuklären. Zur Unterstützung im Alltag werden Hilfsmaßnahmen für junge Flüchtlinge mit psychischen Auffälligkeiten im pädagogischen Setting besprochen. Insbesondere wird auch auf die Aktivierung von Ressourcen eingegangen. Es werden Wege erarbeitet, um Unterstützungsmaßnahmen innerhalb der konkreten Rahmenbedingungen des eigenen Arbeitsfelds praktisch umzusetzen und eine fachübergreifende Zusammenarbeit zu fördern.

Methoden

Neben der Vermittlung theoretischer Inhalte stehen vor allem praktische Übungen und die Anwendung des Gelernten auf konkrete Fälle im Vordergrund. Schwierigkeiten können in der Seminargruppe vorgebracht werden, um gemeinsam nach Lösungswegen zu suchen. Selbstreflexion und Methoden der Selbstfürsorge sollen den TeilnehmerInnen dabei helfen, eigene Stärken einzusetzen, konstruktiv mit eigenen Grenzen umzugehen und sich vor Überforderung zu schützen.

Umfang: 4 Wochenendworkshops im Zeitraum zwischen März und Juni 2017. Die Workshops sind als Reihe oder einzeln buchbar.

Ort und Zeiten: München Marsstraße | jeweils Freitag 9-17 Uhr + Samstag 9-17 Uhr

Zielgruppe: Pädagogische Fachkräfte in der Jugendhilfe, Sozialarbeiter/-innen, Erzieher/-innen, Lehrkräfte, Leitungen stationärer Jugendhilfeeinrichtungen für UMF

Anmeldegebühr: 1.047 Euro* (Einzelworkshop: 280 Euro*)

(890 Euro* aus Einrichtungen in der Trägerschaft des Caritas Verbandes der Erzdiözese München und Freising sowie angeschlossener Werke; Einzelworkshop 230 Euro*)

* umsatzsteuerfrei nach § 4 Nr. 21b UStG

Seminarorganisation und Anmeldung über das Caritas Institut für Bildung und Entwicklung. Verantwortlich für die Durchführung und Vertragspartner ist das Caritas Institut für Bildung und Entwicklung.

Workshop 1 | Dr. Patrick Fornaro & Dr. Johanna Unterhitzenberger

Psychische Gesundheit junger Flüchtlinge: Probleme und Ressourcen erkennen und verstehen

Die Teilnehmenden

  • verstehen Flucht und Migration unter Zuhilfenahme von theoretischen Modellen und praktischen Beispielen als Risikofaktoren für psychische Belastungen.
  • sammeln und erkennen spezifische Ressourcen von jungen Flüchtlingen.
  • lernen Grundlagen über traumatische Ereignisse, Reaktionen auf traumatische Ereignisse sowie Traumafolgestörungen kennen.
  • lernen Grundlagen zur psychischen Gesundheit von geflüchteten jungen Menschen kennen (Häufigkeit, Ausmaß, Erklärungsmöglichkeiten verschiedener Störungen).
  • können Hinweise auf Traumafolgestörungen und weitere psychische Erkrankungen erkennen und können Verhalten, das im Rahmen solcher Störungen gezeigt wird, verstehen.
  • können Verhaltensauffälligkeiten im Rahmen von psychischer Erkrankung, Kultur, Entwicklungsaufgaben und Lernverhalten einordnen und flexibel betrachten.

 

Infos zu den Dozenten: Dr. Patrick Fornaro | Dr. Johanna Unterhitzenberger

vergangen

Workshop 2 | Dipl.-Psych. Barbara Abdallah-Steinkopff

Interkulturelle Besonderheiten der Beratung traumatisierter junger Flüchtlinge

Die Teilnehmenden

  • erwerben Kenntnisse in kultursensibler Gesprächsführung.
  • üben Gesprächsführung mit Dolmetschern.
  • lernen die Technik des „Kulturellen Pendelns“ kennen und üben die Anwendung.
  • erkennen Besonderheiten von psychischen Erkrankungen im kulturellen Kontext.
  • sammeln die spezifischen Bedürfnisse junger Flüchtlinge und erarbeiten Möglichkeiten, wie diesen begegnet werden kann.
  • erarbeiten Möglichkeiten für sich, wie eine produktive und realistische Zielklärung in der Arbeit mit jungen traumatisierten Flüchtlingen aussehen kann.

Infos zur Dozentin: Dipl.-Psych. Barbara Abdallah-Steinkopff

vergangen

Workshop 3 | Dr. Agnes Nocon

Unterstützungsmöglichkeiten für traumatisierte junge Flüchtlinge im pädagogischen Alltag I

Die Teilnehmenden

  • können Übungen zur Ressourcenaktivierung bei jungen Flüchtlingen anwenden.
  • können Psychoedukation über mögliche notwendige Maßnahmen (Psychotherapie, Psychopharmakotherapie) an Betroffene geben und diese kultursensibel begleiten.
  • lernen insbesondere Aufklärung über PTBS kennen und anzuwenden.
  • erwerben konkrete Strategien zur Stabilisierung junger traumatisierter Flüchtlinge im Alltag.

 

Infos zur Dozentin: Dr. Agnes Nocon

vergangen

Workshop 4 | Dr. Johanna Unterhitzenberger

Unterstützungsmöglichkeiten für traumatisierte junge Flüchtlinge im pädagogischen Alltag II

Die Teilnehmenden

  • erarbeiten und üben Maßnahmen für herausfordernde Situationen mit traumatisierten Jugendlichen (Dissoziation, Intrusionen, Rückzug, Selbstverletzung).
  • können die jungen Flüchtlinge in der Emotionswahrnehmung und -regulation unterstützen und ihre Rolle als Modell erkennen und vertiefen (Skills, Validieren, Kognitives Dreieck).
  • erarbeiten Vorgehensweisen bei Krisenintervention wie Selbst- und Fremdgefährdung inkl. Schweigepflicht.
  • erwerben Kenntnisse, wie sie traumatisierte Flüchtlinge vor dem Hintergrund traumatischer Ereignisse auf das Asylinterview vorbereiten können.

Dozentin: Dr. Johanna Unterhitzenberger

vergangen

Seminarorganisation und Anmeldung über das Caritas Institut für Bildung und Entwicklung. Verantwortlich für die Durchführung und Vertragspartner ist das Caritas Institut für Bildung und Entwicklung.

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