TF-KVT wirkt gegen Angst und Depression


Aktuelle Studienergebnisse

TF-KVT verbessert auch komorbide Angst- und Depressionssymptome

In einer kürzlich erschienen Studie von Sachser und Goldbeck (2017) bestätigte sich die Wirksamkeit der traumafokussierten kognitiven Verhaltenstherapie (TF-KVT) für Kinder und Jugendliche, die neben einer PTBS-Symptomatik auch Angst- und Depressionssymptome zeigten.

Die TF-KVT ist eine der am besten untersuchten PTBS-Therapien für Kinder und Jugendliche. Es liegen positive Erfahrungen aus vielen Ländern und Kulturen vor. Häufig liegen, wie auch bei Erwachsenen, neben der PTBS auch Depressions- und/oder Angstsymptome vor. Inwieweit auch diese komorbiden Probleme auf die Behandlung mit TF-KVT ansprechen, untersuchten Sachser und Goldbeck (2017).

Bei der Arbeit handelt es sich um eine weiterführende Analyse von Daten aus einer bereits vorher veröffentlichten Wirksamkeitsstudie zur TF-KVT. In die hier berichtete Studie flossen Daten von 159 Kindern und Jugendlichen aus derselben Stichprobe ein, die Analysen bezogen sich jedoch auf das gemeinsame Vorliegen von PTBS-, Angst- und Depressionssymptomen und deren Ansprechen auf die Therapie.

Zu Beginn der Studie zeigten drei Viertel der Stichprobe klinisch relevante Angst- und über die Hälfte klinisch relevante Depressionssymptome. Beinahe die Hälfte wies eine klinisch relevante Symptomatik in allen drei Bereichen auf. Es ergaben sich mittlere bis große signifikante Zusammenhänge der im Interview erhobenen PTBS-Symptomatik mit Angst (von der Bezugsperson berichtet, r = .42, p<.001) und Depression (Selbstbericht, r = .49, p <.001).

Die Analysen zeigten, dass sich nicht nur die PTBS-Symptomatik im Verlauf bei der mit TF-KVT behandelten Gruppe signifikant mehr verbesserte als bei der Wartelisten-Kontrollgruppe. Dies galt auch für selbstberichtete Depressionssymptome sowie Angstsymptome aus Sicht der Bezugsperson (nicht für selbstberichtete Angstsymptome). In Effektstärken ausgedrückt zeigten sich neben dem sehr großen Effekt auf die PTBS-Symptomatik (d = 1.51) auch Effekte im mittleren Bereich für Angst (Selbstbericht: d = 0.51, Bericht der Bezugsperson: d = 0.51) und Depression (d = 0.62).

Die Ergebnisse bestätigen einmal mehr die hohe Prävalenz von Angst- und Depressionssymptomen bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen. Außerdem zeigen sie diagnoseübergreifende Effekte der TF-KVT und legen damit nahe, dass TF-KVT eine wirksame Therapie für traumatisierte Kinder und Jugendliche mit komorbider Angst- und Depressionssymptomatik ist.

Zum Weiterlesen und Vertiefen

Sachser, C., & Goldbeck, L. (2017). Angst, Depression und Trauma – transdiagnostische Effekte der traumafokussierten kognitiven Verhaltenstherapie (TF-KVT). Kindheit und Entwicklung, 26(2), 93–99. Link zum Volltext

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