Traumapädagogik für die Jugendhilfe (Caritas IBE)


Fortbildungsreihe für pädagogische Fachkräfte

Traumapädagogik für die Jugendhilfe (IBE)

Die Fortbildungsreihe wird in Zusammenarbeit mit der Caritas München angeboten.

Die vermittelten Methoden orientieren sich an den Standards zur Zusatzqualifikation „Traumapädagogik und Traumazentrierte Fachberatung“ nach den Empfehlungen der DeGPT und BAG Traumapädagogik.

Die Kursreihe ist vom Caritas Institut für Bildung und Entwicklung als berufliche Weiterbildung (IBE) zertifiziert.

Traumatisierte junge Menschen als pädagogische Fachkraft begleiten und unterstützen

Hintergrund

Viele Jugendliche in der der Jugendhilfe haben in ihrer Lebensgeschichte traumatische Ereignisse einschließlich sexuellem Missbrauch und körperlicher Gewalt erlebt. Manche von ihnen leiden deshalb unter psychischen Symptomen, die eine deutliche Belastung bei den Jugendlichen und oft Hilflosigkeit oder Unsicherheit bei den pädagogischen Fachkräften hervorrufen.
Ziel der Weiterbildung ist das Entwickeln einer traumainformierten und traumasensiblen Haltung, das Erlernen von konkreten Methoden für den kompetenten Umgang mit traumatisierten Jugendlichen im pädagogischen Alltag und das Reflektieren der eigenen Position als Helfer/in.

Inhalte

  • Grundlagen zu Trauma und Traumafolgestörungen, Erkennen von Störungen und Ressourcen
  • konkrete Hilfsmaßnahmen für junge traumabelastete Menschen mit psychischen Auffälligkeiten im pädagogischen Setting der stationären und ambulanten Jugendhilfe
  • praktische Umsetzung von Unterstützungsmaßnahmen innerhalb der konkreten Rahmenbedingungen des eigenen Arbeitsfelds und Förderung einer fachübergreifenden Zusammenarbeit
  • Aufklärung über und Anbahnung von Therapien für traumatisierte Jugendliche
  • Besonderheiten der Beziehungsgestaltung
  • Stärkung interkultureller Kompetenzen und Sensibilität für Flucht- und Migrationshintergrund

Methoden

Neben der Vermittlung theoretischer Inhalte stehen vor allem praktische Übungen und die Anwendung des Gelernten auf konkrete Jugendliche im Vordergrund. Schwierigkeiten können in der Seminargruppe vorgebracht werden, um gemeinsam nach Lösungswegen zu suchen. Selbstreflexion und Methoden der Selbstfürsorge sollen den TeilnehmerInnen dabei helfen, eigene Stärken einzusetzen, konstruktiv mit eigenen Grenzen umzugehen und sich vor Überforderung zu schützen.

Umfang: 32 Unterrichtseinheiten (4 Tage) in 2 Modulen

Zielgruppe: Pädagogische Fachkräfte in der Jugendhilfe, Sozialarbeiter/-innen, Erzieher/-innen, Lehrkräfte, Leitungen stationärer Jugendhilfeeinrichtungen.

Workshop 1 | Dr. Patrick Fornaro

Psychische Gesundheit von traumatisierten Jugendlichen: Probleme und Ressourcen erkennen und verstehen

Die Teilnehmenden

  • lernen Grundlagen über traumatische Ereignisse, Reaktionen
    auf traumatische Ereignisse sowie Traumafolgestörungen
    kennen
  • lernen Grundlagen zur psychischen Gesundheit von
    traumatisierten jungen Menschen kennen (Häufigkeit, Ausmaß,
    Erklärungsmöglichkeiten verschiedener Störungen,
    Zusammenspiel aus Risiko- und Schutzfaktoren)
  • können emotionale Probleme und Verhaltensauffälligkeiten im
    Rahmen von psychischer Erkrankung, kulturellen
    Besonderheiten, Entwicklungsaufgaben und Lernverhalten
    einordnen und flexibel betrachten
  • setzen sich mit persönlichen Stärken und Grenzen der
    Fachkraft sowie mit Ressourcen und Hürden im Arbeitsumfeld
    auseinander.

Infos zum Dozenten: Dr. Patrick Fornaro

Workshop 2 | Dr. Nicole Szesny

Besonderheiten in der Beziehungsgestaltung mit traumabelasteten Jugendlichen: Stolpersteine würdigen und verändern

Die Teilnehmenden

  • beschäftigen sich mit den individuellen Bedürfnissen von
    traumabelasteten Jugendlichen bei der Gestaltung
    zwischenmenschlicher Beziehungen
  • entwickeln Interventionsmöglichkeiten, die sich sowohl an
    Verständnis und Wertschätzung als auch an der Notwendigkeit
    von Problemlösung und Verhaltensänderung orientieren
  • reflektieren die Interaktionen mit traumabelasteten
    Jugendlichen vor dem Hintergrund der eigenen
    Lebenserfahrung und Lerngeschichte
  • leiten daraus Möglichkeiten zur Selbstfürsorge und Entlastung
    der Fachkraft ab.

Infos zur Dozentin: Dr. Nicole Szesny

Weitere Angebote für pädagogische Fachkräfte

MEIN WEG | JUNGE GEFLÜCHTETE

Workshop plus Supervision

München | ab September 2019

Kostenlos zum Download

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