Über TRAIN


Über TRAIN

Unsere Grundüberzeugung lautet: Wann immer bei Personen nach traumatischen Ereignissen eine Traumafolgestörung diagnostizierbar ist, sollte diese auch zeitnah und fokussiert behandelt werden. 

Diese Haltung gilt gleichermaßen für Traumafolgestörungen nach einmaligen wie auch nach mehrfachen traumatischen Ereignissen, und auch für die „komplexen“ Traumafolgestörungen. Aktuelle Forschungsergebnisse untermauern diesen Standpunkt.

Dadurch wird Traumatherapie zur Prävention gegen kritische Entwicklungen und Folgeerkrankungen und hilft Betroffenen, einen verbesserten Zugriff auf ihre Ressourcen zu erhalten, damit an einen gesunden Lebensweg angeknüpft werden kann.

Gerade Kindern und Jugendlichen bleibt dadurch in vielen Fällen eine langjährige Belastung und eine mögliche fortschreitendende Verschlechterung erspart.

Traumatisierten Menschen kompetent zu
helfen ist lernbar

Traumafokussierte Therapie nach wissenschaftlich begründeten Methoden kann von Fachleuten erfolgreich erlernt und angewendet werden.

Pädagogische Fachkräfte können lernen, trauma-informiert zu handeln.

Unser gemeinnütziger Auftrag

Wir arbeiten für eine höhere Verfügbarkeit an trauma-kompetenten therapeutischen und pädagogischen Fachkräften und für eine höhere Qualität der Interventionen.

Verbreitung (Dissemination) und Einbindung in die Praxis (Implementation) der weltweit besten evidenzbasierten Interventionen bei PTBS und Anhaltender Trauerstörung (ATS).

Verbesserung der Versorgung für die betroffenen Kinder, Jugendlichen und Familien mit und ohne Flucht- und Migrationshintergrund.

Etablierung und Schärfung kultursensibler Kompetenzen bei Praktikern, die mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen und deren Familien arbeiten.

Unsere Leitprinzipien

Wir machen es uns zur Aufgabe, Brücken zwischen Forschung und Praxis zu schlagen.

Wissenschaftlich fundiert

TRAIN vermittelt die weltweit am besten evaluierten und leitlinienkonformen Therapiemethoden. Alle DozentInnen sind national und international in die Forschung eingebunden. Wir stehen mit den Entwicklern der Therapieverfahren in stetigem Austausch, beteiligen uns an der Weiterentwicklung der Verfahren und verfolgen die neuesten Entwicklungen mit. Unser Qualitätsmaßstab ist die wissenschaftliche Befundlage und wir reagieren offen und prompt auf neue Erkenntnisse aus der Forschung, indem wir unsere inhaltliche Ausrichtung anpassen.

Praxisorientiert

Alle DozentInnen haben langjährige Praxiserfahrung als TherapeutInnenen und SupervisorInnen. Wir wenden die vermittelten Methoden selbst an und kennen Chancen und Hürden bei der Umsetzung. In den Workshops wird großer Wert auf Übungsanteile und Praxisbezug gelegt. Denn eine neue Methode ist nur dann nützlich, wenn sie entlang dem Bedarf und der eigenen Erfahrung entdeckt und ausprobiert werden kann.

Kultursensitiv

In den therapeutischen und pädagogischen Arbeitsfeldern sind Profis zunehmend mit Menschen konfrontiert, die einen unterschiedlichen kulturellen Hintergrund mitbringen. TRAIN zeigt auf, dass viele der evidenzbasierten Therapie- und Beratungsmethoden kulturübergreifend wirksam sind, wenn man kulturspezifische Besonderheiten berücksichtigt. Wir bereiten Sie auf die Zusammenarbeit mit Dolmetschern vor und vermitteln besondere Expertise für die Arbeit mit traumabelasteten Flüchtlingen und Migranten.

Individualisiert

Wir folgen dem Grundsatz, dass bewährte Methoden am besten wirken, wenn der Stil des Behandelnden und die Individualität der PatientInnen die praktische Umsetzung leiten. Evidenzbasierte Verfahren stellen einen roten Faden dar, im Patientenkontakt bestimmen die eigene professionelle Prägung sowie Alter, Entwicklungsstand und die persönliche Situation der Betroffenen den Spielraum für das klinische Vorgehen.

Unser Lehr- und Lernkonzept

Ob und wie erfolgreich eine Therapie- oder Beratungsmethode in der Praxis angewendet wird hängt von verschiedenen, gut erforschten Faktoren ab.

Wir berücksichtigen diese bei der Gestaltung unserer Workshops.

Eine Therapiemethode wird eher wirksam angewendet, wenn sie von den Lernenden als sinnvoll, gut einsetzbar und erfolgversprechend empfunden wird.

Deshalb vermitteln wir nur Methoden, die sich sowohl von der Wirksamkeit als auch von der Umsetzbarkeit her bewährt haben.

Eine solide Wissensvermittlung bietet das Grundgerüst für das Lernen und Anwenden neuer Handlungskompetenzen. 

Unsere multimethodalen Schulungsmaterialien haben immer bestes Feedback von den Teilnehmern erhalten und werden stetig weiterentwickelt.

Durch zahlreiche Fallbeispiele und die Besprechung eigener Fälle schaffen wir eine Brücke in die Praxis.

Wir besprechen hilfreiche und hinderliche Bedingungen, um eine neue Methode im eigenen beruflichen Umfeld umsetzten zu können.

Zur Vertiefung bieten wir übersichtliche Therapiemanuale und multimediale Lernformen an, wie beispielsweise die Online-Lernplattform für TF-KVT, die von uns ins Deutsche übertragen und mit zahlreichen Arbeitsblättern für Patienten angereichert wurde.

Mehr erfahren

Das Üben in kleinen Gruppen ist die beste Möglichkeit um auszuprobieren, wie man mit einer neuen Methode zurechtkommt, welche Potentiale man erkennen kann und welche Detailfragen sich aus der praktischen Anwendung ergeben.

Im Rahmen von Reflexion, Supervision und Selbsterfahrung helfen wir dabei, hilfreiche Einstellungen bei der Anwendung neuer Methoden zu entwickeln.

Wir fördern das Überwinden von gedanklichen Barrieren, die sich entweder aus berechtigten persönlichen Gründen oder aus weit verbreiteten Mythen über Trauma und Traumatherapie ergeben.

Unser Antrieb

Es gibt noch viel zu tun, um die Versorgung traumatisierter Kinder und Jugendlicher in Deutschland zu verbessern, indem Fachleute ihre Kenntnisse und Kompetenzen vertiefen.

3- %
Kinder mit PTBS in Deutschland
6-
Monate Wartezeit für Traumatherapie
Stunden Ausbildung
Stunden Schulung in Traumatherapie
unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (neu allein in Bayern im Jahr 2015)

Herausforderung 1: Versorgungslücke

Nahezu die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland erlebt vor Eintreten des 18. Lebensjahres ein traumatisches Ereignis. Von 30 Kindern und Jugendlichen in Deutschland leidet eines unter einer Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS).

Ohne adäquate psychotherapeutische Behandlung und pädagogische Begleitung können die negativen psychosozialen Folgen für die betroffenen Kinder und Jugendlichen und deren Familien erheblich sein.

Es fehlen deutschlandweit spezialisierte Behandlungs- und Beratungsangebote. Die Wartezeiten für einen Therapieplatz belaufen sich in diesem Bereich auf sechs Monate bis zwei Jahre.

Herausforderung 2: Ausbildungslücke

ÄrztInnen und PsychotherapeutInnen erwerben in Studium und Ausbildung nur unzureichendes Wissen und Fertigkeiten zur Behandlung der PTBS bei Kindern und Jugendlichen. Patientenanfragen werden aufgrund von persönlicher Verunsicherung, fehlenden Kenntnissen und hinderlichen Einstellungen abgelehnt oder nur unter großer Belastung, ohne adäquate Behandlungspläne und mit eingeschränkten Behandlungserfolgen angenommen.

Pädagogische Fachkräfte sind häufig wenig vorbereitet für den Umgang mit traumabelasteten Kindern und Jugendlichen. Es kommt zu wenig hilfreichen Vorgehensweisen und zu Überforderung bei den Helfern.

Herausforderung 3:
Flüchtlinge

Eine zunehmende Problematik stellen für TherapeutInnen und pädagogische Fachkräfte die vielen PatientInnen mit Flucht- oder Migrationshintergrund dar.

Etwa ein Drittel aller jungen Flüchtlinge leidet unter einer PTBS. Praktiker sind bei dieser Patientengruppe noch stärker verunsichert und schlechter ausgebildet als für die Behandlung von Betroffenen aus dem eigenen Kulturraum.

Gemeinsam können wir es schaffen, einer größeren Anzahl an Kindern und Jugendlichen, die an einer Traumafolgestörung leiden, eine „State-of-Art“-Versorgung anzubieten. 

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