Arbeit mit jungen Flüchtlingen


Arbeit mit jungen traumatisierten Flüchtlingen

Wir machen es uns zur Aufgabe, TherapeutInnen und pädagogischen Fachkräften in der Jugendhilfe für die Bereiche „Trauma“ und „interkulturelle Kompetenz“ weiterzubilden.

Kultursensible Therapie und Beratung ist lehr- und lernbar. Die aktuelle Studienlage untermauert eine Erfahrung, die wir täglich in unserer Praxis machen:  

Viele evidenzbasierte Therapie- und Beratungsmethoden sind bei Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund genauso gut anwendbar, wenn man bereit ist, die eigenen interkulturellen Kompetenzen zu vertiefen. 

TRAIN bietet keine Patentrezepte oder festen Handlungsanweisungen. Wir helfen dabei, eine Haltung zu entwickeln, die die Arbeit mit traumatisierten jungen Flüchtlingen erleichtert. Es geht darum, einen Methodenkoffer zusammenzustellen und die Flexibilität zu erlernen, die Methoden passend einzusetzen. 

Interkulturelle Kompetenzen

Für TherapeutInnen

Für pädagogische Fachkräfte

Interkulturelle Kompetenzen

Handeln und Kommunizieren mit Menschen unterschiedlicher Herkunft

Aspekte von Flucht und Migration kennenlernen

Vorurteile aufdecken und Missverständnisse überwinden

Hoffnungen, Erwartungen, Enttäuschungen und Ambivalenzen nachvollziehen

Akkulturationsstrategien kennen

Perspektivenwechsel und interkulturelles Pendeln üben

Für TherapeutInnen

Kultursensible Diagnostik

Kulturspezifische Krankheitskonzepte

Traumatherapie für junge Flüchtlinge

Psychotherapie mit Dolmetschern und Sprachvermittlern

Schnittstellen zur Jugendhilfe

Überwinden von individuellen und strukturellen Barrieren für eine Therapie

Für pädagogische Fachkräfte

Erkennen von Traumafolgestörungen und anderen psychischen Störungen

Aufklären und motivieren bei Therapiebedarf

Stabilisierung und Fördern von Sicherheit

Umgang mit Problemsituationen und Belastungen

Unterstützung geben bei der Asylanhörung

Konflikte in der Gruppe bewältigen

Schritt für Schritt auf neuen Wegen

Interkulturelles Handeln und Kommunizieren stellt uns vor Herausforderungen – aber wir starten nicht bei Null.

Junge Flüchtlinge erleben sowohl im Heimatland als auch auf der Flucht eine Vielzahl traumatischer Ereignisse. Deshalb leiden sie mit einer größeren Wahrscheinlichkeit unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). 

Etwa 30-50% von ihnen benötigen psychotherapeutische Unterstützung und sind im pädagogischen Alltag auf besondere Sensibilität von traumainformierten Fachkräften angewiesen.

1. Auf Bekanntes bauen

  • bewährte Methoden
  • Fachkompetenz
  • Erfahrung

2. Neue Herausforderungen erkennen

  • interkulturelle Aspekte
  • sprachliche Hürden
  • große Anzahl hilfebedürftiger Personen in kurzer Zeit
  • höherer Berdarf an trauma-informiertem Vorgehen

3. Nach vorne blicken

  • stetige Fort- und Weiterbildung
  • Schaffen von Strukturen und Netzwerken
  • reflektieren und evaluieren

Dialektische Balance

Die Arbeit mit jungen traumatisierten Flüchtlingen gelingt dann besonders gut, wenn wir radikale Positionen verlassen und einen Mittelweg suchen. Das bewahrt vor Verständnisschwierigkeiten, Überforderung und Ausweglosigkeit.

Ausblenden von Kultur vs. Kulturalisierungsfalle

Wenn wir kulturelle Besonderheiten vernachlässigen, kommt es zu Missverständnissen.

Gleichzeitig ist es problematisch, jede beobachtete Auffälligkeit der Kultur zuzuschreiben.

Wir stellen uns deshalb immer auch die Frage: „Wie würde ich jetzt vorgehen, wenn dieser Jugendliche keinen Migrationshintergrund hätte?“

Veränderung vs. radikale Akzeptanz

Jugendliche ebenso wie Fachkräfte haben viele Möglichkeiten, auf Dinge Einfluss zu nehmen und Lebenslage und Wohlbefinden zu verbessern.

Manche Umstände allerdings sind nicht veränderbar: für die Jugendlichen z.B. die Ungewissheit über den Verbleib von Angehörigen, für die Fachkräfte z.B. die Unmöglichkeit immer ausreichend Zeit zu haben.

Psychische Gesundheit hat etwas damit zu tun, Veränderbares hoffnungsvoll anzupacken, und eine Haltung radikaler Akzeptanz für Unveränderbares zu entwickeln.

Probemorientierung vs. Ressourcenorientierung

Die Belastungen der Vorflucht-, Flucht und Exilphase, enttäuschte Hoffnungen und Schwierigkeiten, sich im neuen Land zurechtzufinden, stellen traumatisierte junge Flüchtlinge vor große Herausforderungen.

Doch wie schwer die psychische Belastung auch sein mag: Für eine erfolgreiche Therapie oder Beratung ist der Fokus  auf Ressourcen in der Person und im Umfeld ausschlaggebend. Und die sind bei Flüchtlingen wie bei HelferInnen in großer Vielfalt vorhanden. 

TIPP: Mehr Hintergrundinformationen für die Arbeit mit jungen Flüchtlingen, hilfreiche Links und Arbeitsmaterialien zum kostenlosen Download finden Sie in unserer Sammlung: Wissen und Werkzeuge.

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